Ausgabe MMXXVI·Nr. 251
China-Autos.de中国汽车百科
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DienstagWissen & Berichterstattung zu Autos aus der Volksrepublik China08. September 2026
Lexikon

DC-Schnellladen

DC-Schnellladen bezeichnet das Laden eines Elektroautos mit Gleichstrom (englisch direct current) an einer Schnellladesäule. Eine Antriebsbatterie speichert immer Gleichstrom. Beim langsamen AC-Laden an Wallbox oder Laternenparkplatz muss der Wechselstrom erst vom Bordladegerät im Auto umgewandelt werden, das begrenzt die Leistung bei den meisten Modellen auf 11 kW. Beim DC-Laden sitzt die Technik dagegen in der Säule, der Strom fließt direkt in die Batterie. Deshalb sind dreistellige Leistungen möglich. In Europa läuft das über den CCS-Stecker (Combined Charging System, Combo 2), in China über den nationalen Standard GB/T.

Warum die Ladeleistung schwankt

Die angegebene Maximalleistung liegt nur kurz an. Die sogenannte Ladekurve fällt mit steigendem Ladestand ab, ab 80 Prozent deutlich. Der ADAC empfiehlt deshalb, die Säule mit 10 bis 30 Prozent Restladung anzusteuern und bei 80 Prozent wieder abzustecken. Auch die Temperatur zählt: ideal sind 20 bis 40 Grad Celsius, eine zu kalte Batterie lädt drastisch langsamer. Viele Autos können die Batterie auf dem Weg zur Säule vorheizen (Vorkonditionierung).

Die Rolle bei chinesischen Elektroautos

Hier liegt derzeit einer der größten technischen Vorsprünge chinesischer Hersteller. Der in Europa verkaufte Xpeng G6 (Modelljahr 2025) nutzt eine 800-Volt-Architektur mit 80,1 kWh LFP-Batterie und gibt 451 kW Spitzenleistung sowie 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent an. Im Fahrbericht von electrive waren an einer 400-kW-Säule real 279 kW messbar, denn passende Säulen fehlen noch. BYD zeigte 2025 die Super e-Platform mit 1.000 Volt, 1.000 Ampere und 1.000 kW: Han L (83,2 kWh) und Tang L sollen in etwa fünf Minuten Strom für 400 km nach chinesischer CLTC-Norm laden. Das funktioniert allerdings nur an BYDs eigenen Flash Chargern in China und mit zwei Kabeln gleichzeitig.

Wichtig für Käufer: Diese Rekordwerte gelten nicht für die ganze Marke. Der günstige BYD Dolphin Surf kam im ADAC-Test auf 85 kW und brauchte 10 bis 80 Prozent in rund 45 Minuten, der BYD Seal lädt mit bis zu 150 kW.

Worauf man achten sollte

Die Spitzenleistung in kW allein sagt wenig aus. Aussagekräftiger sind die Zeit von 10 auf 80 Prozent, eine automatische Vorkonditionierung und die Frage, ob das europäische Modell dieselbe Technik hat wie die chinesische Version. Das öffentliche Netz begrenzt ohnehin: Ionity lädt üblicherweise mit bis zu 350 kW, neuere Alpitronic-Säulen vom Typ HYC400 mit bis zu 400 kW.

Zuletzt aktualisiert: 08. September 2026